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ZOEGB Nr. 19 - Leseprobe
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"Räume offnen"

 

„Die theologische Überzeugung einer am Sozialraum orientierten Entwicklung von Kirche und ihren Gemeinden lautet: Die Themen, die Menschen am Ort bewegen, sind Gegenstand kirchlicher Arbeit, nicht nur ihr Kontext.“ schreibt Prof. Dr. Claudia Schulz in ihrem Beitrag „Theologie des Raumes“. Hille Richers gibt unter der Überschrift “Den Stadtteil entdecken” wichtige Tipps für eine solche Entdeckungsreise und Hinweise zu lohnenden Erkundungsorten.

 

Andreas Klein fragt: Wie verhalten sich das Wirken des Heiligen Geistes und Selbstorganisation zueinander? Er beschreibt das Wirken des Heiligen Geistes als „Öffentliches Kraftfeld“ und kommt zu dem Ergebnis: Auch Kirche kann noch mehr Geistoffenheit wagen.

 

„In der gezielten Öffnung eines Ermöglichungsraumes liegt der Charme von Teilhabe“ konstatiert Juliane Schlaud-Wolf. Sie zeigt Erfolgsfaktoren partizipativ angelegter Entwicklungsprozesse auf. „Das Experiment ist die sichere Einführung der Unsicherheit in die Organisation“, formuliert Stefan Kaduk. Ist es an der Zeit, unsere Unsicherheiten, unsere Gewohnheiten, unsere Handlungsmuster aufzubrechen? Und wie kann das geschehen? Ein praktisches Beispiel liefert Vizepräses Christoph Pistorius. „Wer aufräumt, schafft Raum für Neues” ist eine der Erfahrungen aus Gemeinden, die ein Sabbatjahr gewagt haben. Man kommt in Kontakt mit Menschen, die nach Entschleunigung und Ruhe suchen. 

 

Weitere Projektbeiträge folgen: Bruno Krenzel: „Kundschafter-Teams im Sozialraum Osnabrück“, Julia Mittelstaedt: „Familienzentren in Interaktion mit dem Stadtteil“, Heike Schmid: „Wenn dein Pferd tot ist, musst du absteigen“, Stefan Nober: „Sozialraumorientiert arbeiten im Tandem von Caritas und Seelsorge“.

 

Als weiteres Thema klingt in diesem Heft „Agilität in der Beratung“ an. Agilität agiert in einem festen, strukturierten Rahmen und eröffnet dabei Entwicklungsräume, sortiert Rollen und Vorgehensweisen neu. Claus Nungesser gibt eine Grundorientierung wesentlicher Ideen, Merkmale und Konzepte von Agilität. Und Anja Beckert arbeitet in einem Interview mit einem Beratungsnehmer Haltung und Methode, die zu Agilität führen, heraus.

 

Ernst Eduard Lambeck und Katharina Witte stellen ihre unterschiedlichen Sichtweisen des Beratungsabbruchs zur Diskussion.

 

Im Materialkoffer finden sich sechs Anregungen zur konkreten Beratungsarbeit

 

Und im letzten Pionier-Interview kommt Hans Georg Berg zu Wort.

 

Staub aufgewirbelt hat das Thema des letzten Heftes „Kirchliche Arbeitswelten“. Es erreichte uns ein Leserbrief, der aus gewerkschaftlicher Sicht blinde Flecke aufzeigt. Nur Mut! Weiter so! Wir wollen in einem regen Austausch mit unseren Leserinnen und Lesern stehen.

 

Bilder von Harro Maass unterstreichen das Thema auf künstlerische Weise. Karl Schulze-Hagen bemerkt dazu: „Das sind Bilder, mit denen was nicht stimmt, die sich einfach nicht an Grenzen und Regeln halten, die ihren Rahmen sprengen. Viele von ihnen lassen uns den Witz spüren, der immer dann entsteht, wenn zusammenkommt, was eigentlich nicht zusammenpasst, wenn die Dinge erst verrückt und dann wieder zusammengefügt werden. Diese Bilder schärfen unseren Blick. Sie zwingen uns zum Nachdenken.“ 

 

Ich selbst scheide aus Altersgründen mit Abschluss der Arbeiten an diesem Heft aus der Redaktion aus. Ganz herzlich danke ich Ihnen für alle kritischen, weiterführenden und wertschätzenden Rückmeldungen, die unsere Arbeit gefördert haben!

 

Viel Freude und Gewinn beim Lesen wünscht im Namen der Redaktion

 

Dieter Pohl